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Die "OLA" - eine Connex-Tochter - bedient die Strecke
nach Parchim. Wie lange noch, Herr Mehdorn?
10.30 Uhr war Treffpunkt in der Bahnhofshalle Schwerin am Info-Punkt. Dort wurden wir von Mitgliedern des Schweriner Modellbahnclub e.V. empfangen.
Als Einstand vor der eigentlichen Tagung hatte der MEC Schwerin für alle Beteiligten einen Besuch im neu eingerichteten „Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum“ organisiert. Der Verein Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. der Stiftung BSW betreut dieses Museum. In der ehemaligen Fahrzeugwerkstatt der Mecklenburgischen-Friedrich-Franz-Eisenbahn (MFFE) gegenüber dem Schweriner Hauptbahnhof, unmittelbar angrenzend an die auch heute noch repräsentativen Gebäude der ehemaligen Bahndirektion, hat das Museum sein Domizil gefunden und zeigt eine Sammlung verschiedenster Fahrzeuge aus der Entwicklung der Eisenbahn, speziell in Mecklenburg, aber auch in der DDR.
Die Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. haben nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG bereits Mitte August 2006 die historische Dampflok 91 134 gekauft. Bisher befand sich die Lok im Bestand des DB-Museums Nürnberg. Sie ist in der Denkmalliste der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, eingetragen.
91
134 im Schweriner Museum - ein Highlight!
Bereits seit 1985 kümmern sich engagierte Schweriner
Eisenbahner um den Erhalt der alten Preußin. Gebaut wurde die
Tenderlok der Gattung T 9.2 im Jahre 1898 mit der Fabriknummer 4843 von
der Elsässischen Maschinenbaugesellschaft Grafenstaden für
die preußische Staatsbahn. Nach der Verstaatlichung der
Braunschweigischen Landeseisenbahn, am 01.01.1938, lief sie bei der
Deutschen Reichsbahn mit der neuen Nummer 91 134 über deutsche
Gleise. Bis zur Ausmusterung der Lok, am 03.08.1966, war sie in
verschiedenen Dienststellen der Rbd Schwerin vorrangig im Rangierdienst
eingesetzt. Allein in Schwerin stand sie von 1950 bis 1963 im Einsatz.
Zum Glück erkannte man bei der Deutschen Reichsbahn der DDR
frühzeitig den Wert dieser einmaligen Lokomotive. Schon 1966 wurde
ihre Erhaltung als museumsgerecht aufzustellendes, nicht
betriebsfähiges Museumsfahrzeug festgelegt.
Mitte der 1980er Jahre gelang es einer kleinen Gruppe Schweriner
Eisenbahner die bis dahin nur auf wenigen Ausstellungen gezeigte
Maschine nach Schwerin zu holen. Kurz nach der politischen Wende in der
DDR wurde 91 134, - was bis dahin kaum jemand für möglich
gehalten im Raw Meiningen betriebsfähig aufgearbeitet. Von 1991
bis zum Ablauf der Fristen 1999 war die 91 134 der Star bei vielen
Veranstaltungen.
Hier geht es in
Schwerin zum Museum
Neben der 91 134 sind in diesem Museum die 64 007, die 89 008 und die 03 1090 ausgestellt. Alle Fahrzeuge werden optisch sehr wirkungsvoll präsentiert. Dazu trägt auch der Ausstellungsplatz in der großen Halle bei.
Das
Befehlsstellwerk des ehemaligen Bahnhofes Hornstorf an der
stillgelegten Strecke Wismar - Karow
Neben den historischen Dampflokomotiven werden auch
Dieselloks gezeigt. Zu nennen sind die Lokbaureihen V100, V180 und V200
der DR, die V10B und die V23 der DR. Ohne den Einsatz von
Vorkriegsbaureihen wäre der Aufbau nach 1945 nicht möglich
gewesen. Gegenständlich wird dies durch die Aufstelle V36 027, des
VT137 099 mit Beiwagen VB 147 059 und die Baureihe Kö gezeigt.
Neben diesen repräsentativen Fahrzeugen werden auch
Sonderfahrzeuge gezeigt wie z. B. eine Dampfschneeschleuder der Bauart
Henschel SSH81 aus dem Jahre 1941.
In der Wagenhalle auf dem Gelände ist eine stattliche
Sammlung an historischen Personenwagen zu sehen. Alle Wagen stammen aus
den Jahren 1896 – ca. 1925 und sind überwiegend
einsatzfähig. Durch den Einsatz von Arbeitskräften auf der
Basis „1€“ konnte hier sehr viel an der Aufarbeitung
getan werden.
Durch die Ausstellungen führten die Herren Voß und Xanten des Vereins Schweriner Eisenbahnfreunde.
Herr Voß erklärt die Unterschiede zwischen
Läutewerken der Preussischen Bauart (siehe Foto) und der doch
formschöneren Mecklenburgischen Bauart (steht im Hintergrund)
Eine Besonderheit dieses Museums stellt die Sammlung historischer Signal- und Sicherungstechnik dar, welche von der Arbeitsgruppe 'Signaltechnik' im Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum betreut wird. Die Arbeitsgruppe Signaltechnik ist Teil des Vereins der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde zu Schwerin, die das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum führt. Die Arbeitsgruppe hat sich die Aufgabe gestellt, Anlagen und Anlagenteile aus dem Bereich des Signal- und Sicherungswesens der Deutschen Reichsbahn zu erhalten. Diese Teile stammen überwiegend aus dem ehemaligen Reichsbahndirektionsbezirk Schwerin und sind somit Teil der territorialen Technikgeschichte des Verkehrswesens in Mecklenburg.
Die AG Signaltechnik der MEF stellt hier ihre im Bau befindliche Stellwerks-Modellanlage vor. Die Anlage wird aus einem Rundkurs mit 2 Bahnhöfen und 2 Blockstellen bestehen. Es wird möglich sein, die Signal- und Sicherungsanlagen einer Modellbahn in der Größe HO von Stellwerken der ehemaligen Deutschen Reichsbahn (DR/DB) zu steuern und auch die Modellbahnzüge werden durch Magnetkontakte Einfluss auf die Stellwerke ausüben. Auf einem Gleisbildpult werden einmal die Zusammenhänge der Streckenblockung einer eingleisigen Strecke zwischen 2 Bahnhöfen mit einer zwischengelagerten Blockstelle gezeigt. Zum anderen werden auf dem zweiten Gleisbildpult die Zusammenhänge der Bahnhofsblockung zwischen der Befehlsstelle und den beiden an den Bahnhofsköpfen gelegenen Wärterstellwerken dargestellt. Die Relaisanlage wird für alle Stellwerke in einem besonderen Raum, dem Relaisraum, zusammen mit der Stromversorgung untergebracht. Die Teile der Relaisanlage sind alles bis auf wenige Ausnahmen Bauteile des ehemaligen Werkes für Signal und Sicherungstechnik Berlin (WSSB).
Signale der "Moderne" -
Schwerin HBf ist zur "Fernsteuerstelle 62" der DB AG mutiert - moderner
und schmuckloser "Standard" der DB AG
Nach dieser sehr interessanten Führung
durch das Museum ging es zum Mittagessen in das
„Altstadthotel“ am Grunthalplatz. Das Essen dort hat
Beteiligten sehr gemundet.
Um 14:00 Uhr ging es dann in das
Bahnhofsgebäude des Schweriner Hbf. Dort befindet sich an der
westlichen Gebäudeseite der hergerichtete Wartesaal des
Großherzogs.
Hans-Werner Bürkner aus Berlin, BDEF-Vorstand und Verantwortlicher für Region OST und MOROP, eröffnete die Veranstaltung. Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Jörg Sieber stellte den Modelleisenbahnclub e.V. vor. Hauptarbeitsgebiet des Clubs ist eine H0-Modulanlage ohne festes Vorbild, welche digitalisiert betrieben wird (System Lenz). Es wurde in einer sehr aufwendigen und interessanten Präsentation der Weg des Clubs vom DMV bis hin zur heutigen Situation dargestellt. Dabei konnten durch und Parallelen festgestellt werden. Dabei ging es um die Themen Mitgliederfluktuation, Mitgliederwerbung und Jugendarbeit. Zunehmend treten die Folgen des Arbeitsplatzschwundes in den neuen Bundesländern zutage. Dies konnte in einer langen, aber sehr interessanten Diskussion, allen Beteiligten vermittelt werden. Dies ist nicht nur ein Problem der neuen Länder, sondern ein „gesamtdeutsches“ Problem.
Das kann man in Schwerin sehen - funktionsfähige
Signale aus mehr als 100 Jahren Eisenbahn in Mecklenburg
Hans-Werner Bürkner informierte alle Anwesenden
über den geplanten Verbandstag 2007 in Berlin. Es ist nicht
einfach diesen Verbandstag zu organisieren, denn die DB AG, aber auch
die regionalen Verkehrsunternehmen, machen die Umsetzung eines
interessanten Verbandstages nicht einfach.
Um 16:30 war dieser interessante Tag beendet.
Ein
Schmückstück - ein alter Post-Sitzwagen der Breslauer AG für
Eisenbahn-Wagenbau von 1972
MEV Rostock
Dr. Wolfgang Kabatzke
25.10.2006